Universität Bern erhält Prix Lux 2026 für innovative Rekrutierungsprozesse zur Förderung von Chancengleichheit
Heute ist der 21.10.2026, und die Universität Bern hat eine bedeutende Auszeichnung erhalten, die für frischen Wind in den Rekrutierungsprozessen sorgt. Das Institut für Ökologie und Evolution (IEE) wurde mit dem Prix Lux 2026 geehrt. Und was steckt dahinter? Eine spannende Neugestaltung der Berufungsverfahren für Professuren, die darauf abzielt, diese Verfahren inklusiver und partizipativer zu gestalten. Ein wichtiger Schritt in eine Richtung, die nicht nur der Wissenschaft, sondern auch der Gesellschaft insgesamt zugutekommt!
Das IEE hat erkannt, dass es in der Vergangenheit nicht ausreichend inklusiv rekrutierte. Unbewusste Vorurteile spielten eine große Rolle – ein Umstand, der die Chancengleichheit im akademischen Kontext stark beeinträchtigt hat. Die Hauptakteure dieser Veränderung sind Claudia Bank, Margaret Owuor und Ole Seehausen, unterstützt von einem engagierten Team. Sie haben Maßnahmen wie zweitägige Schulungen zur Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DEI) für Kommissionsmitglieder eingeführt. Diese Schulungen waren nicht einfach nur ein nettes Extra, sondern Bedingung für die Teilnahme am Berufungsverfahren. Denn nur wer sich der eigenen Vorurteile bewusst ist, kann fair bewerten.
Innovative Ansätze für Chancengleichheit
Ein weiterer innovativer Aspekt war die Änderung der Formulierung von „beste Passung“ zu „beste Ergänzung“. Dies könnte man fast als eine kleine Revolution innerhalb der akademischen Rekrutierung betrachten. Jetzt werden nicht nur Qualifikationen, sondern auch unterschiedliche Erfahrungen, Persönlichkeiten und kulturelle Hintergründe berücksichtigt. Das IEE hat das sogenannte Lausanne-Modell eingeführt, bei dem Kandidierende in verschiedenen Kategorien – auch nach Privilegien – bewertet werden. So wird deutlich, dass unterschiedliche Lebensrealitäten auch unterschiedliche Bedingungen für akademische Erfolge mit sich bringen.
Das Ziel ist klar: Ein faires Auswahlverfahren, das wirklich alle Talente ins Boot holt. Und die Ergebnisse sprechen für sich! Auf der Shortlist fanden sich hochqualifizierte Kandidierende aus allen bewerteten Kategorien in ähnlicher Anzahl – ohne nachträgliche Quotenregelung. Ein weiterer Beweis dafür, dass Vielfalt nicht nur ein Schlagwort ist, sondern echte Bereicherung bedeutet.
Die Toolbox für zukünftige Institute
Die neu entwickelte Toolbox, die aus diesen Erfahrungen entstanden ist, soll nicht nur für die Uni Bern, sondern auch für andere Institutionen von Nutzen sein. Sie umfasst verschiedene Elemente, wie die strukturierte Bewertung der Bewerbungen und die Übernahme von Kosten für internationale Kandidierende. Denn eine faire Chance sollte nicht an finanziellen Barrieren scheitern! Die Toolbox wird allen Rekrutierungskomitees zur Verfügung gestellt, um die Diskussion über Chancengleichheit nachhaltig zu fördern.
In der Bewerbung für den Prix Lux 2026 müssen bereits umgesetzte oder konkret geplante Maßnahmen zur Chancengleichheit dargestellt werden. Es ist spannend zu sehen, wie universitäre Einheiten, Personengruppen oder sogar Studierende nominiert werden können. Mit einem Preisgeld von 2.000 Schweizer Franken und einem leuchtenden Objekt wird das Engagement für Chancengleichheit belohnt. Die Jury, bestehend aus Vertretern der Universitätsleitung, des Mittelbaus und der Studierendenschaft, wird sicher einige interessante Vorschläge zu bewerten haben.
Ein Preis mit weitreichenden Auswirkungen
Die Preisverleihung findet am 16. Dezember 2026 im Hauptgebäude der Universität Bern statt, und man kann nur hoffen, dass dieser Preis nicht nur für die ausgezeichneten Projekte, sondern auch für einen breiteren Diskurs über Gleichstellung und Inklusion an den Hochschulen sorgt. Es ist schließlich ein langfristiger Prozess, der Teil einer größeren Veränderung ist, die weit über die Universität Bern hinausgeht.
Ein solches Engagement wird nicht nur von den Preisträgern, sondern auch von allen Beteiligten gefordert. Margaret Owuor spricht von der Notwendigkeit für zusätzliche Beratung oder psychologische Unterstützung für Kommissionsmitglieder aus marginalisierten Gruppen. Denn die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Inklusion erfordert nicht nur Mut, sondern auch eine gewisse Sensibilität. Ein Preis kann hier der Anstoß sein, um den Austausch über Berufungsverfahren und deren faire Gestaltung zu fördern.
Im Großen und Ganzen zeigt der Prix Lux 2026, dass die Unis sich auf den Weg machen, um inklusivere und gerechtere Strukturen zu schaffen. Es bleibt zu hoffen, dass viele andere Institutionen diesem Beispiel folgen und die Toolbox für ihre eigenen Prozesse nutzen. Denn jeder Schritt in Richtung Chancengleichheit ist ein Schritt in die richtige Richtung!
