100 Jahre Kirchenmusikalisches Institut Leipzig: Ein Fest der Klänge und Geschichte
Leipzig, eine Stadt voller Geschichte und Klänge, steht vor einem besonderen Jubiläum. 2026 feiert das Kirchenmusikalische Institut der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig sein 100-jähriges Bestehen. Das ist nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch eine wunderbare Gelegenheit, die Wurzeln und die Entwicklung dieser Institution ins Rampenlicht zu rücken. Ja, die kirchenmusikalische Ausbildung hier hat eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1843 zurückreicht, als Felix Mendelssohn Bartholdy das Leipziger Konservatorium gründete. Zuerst war es das Fach Orgel, das die Menschen anzog, und der erste Orgellehrer war Carl Ferdinand Becker – ein Mann, der für die musikalische Erziehung in dieser Stadt wegweisend war.
Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Instituts war die Ernennung von Karl Straube, dem Thomasorganisten, zum Orgellehrer im Jahr 1907. Er war nicht nur ein hervorragender Musiker, sondern auch der Gründer der „Leipziger Orgelschule“. 1921, in einer Zeit des Wandels, gründete er das „Institut für Kirchenmusik“, das dann 1926 seine endgültige Form als „Kirchenmusikalisches Institut der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens am Landeskonservatorium für Musik“ annahm. Diese Entwicklung war maßgeblich für die Ausbildung künftiger Kirchenmusiker, und das Institut wurde zu einem Vorbild für ähnliche Einrichtungen in ganz Deutschland.
Ein buntes Jubiläumsprogramm
Und wie könnte man ein solches Jubiläum besser feiern als mit einer Reihe von Veranstaltungen, die vom 3. bis 8. November 2026 stattfinden? Na, da gibt’s allerhand! Zum Auftakt gibt es am Dienstag, dem 3. November, um 19:30 Uhr im Gewandhaus ein Konzert des Hochschulsinfonieorchesters, unterstützt von den GWH-Kinderchor und Solisten des Instituts. Auf dem Programm stehen Werke von Samuel Barber, Walter Braunfels, Franz Liszt und nicht zuletzt von Mendelssohn selbst. Da kann man sich auf eine „Toccata Festiva“ und ein Konzert für Orgel, Knabenchor und Orchester freuen – ein Fest für die Ohren!
Am Mittwoch, dem 4. November, findet um 17:00 Uhr eine Universitätsmotette im Paulinum statt, unter dem Titel „… da ist Freiheit“. Hier werden Orgelwerke aus 100 Jahren Geschichte des Kirchenmusikalischen Instituts zu hören sein – ein echter Rückblick auf die musikalische Entwicklung. Und natürlich gibt’s am Donnerstag, dem 5. November, einen Workshop „Pop- und Gospelchor“ mit Christoph Zschunke, der sicher für frischen Wind sorgen wird.
Einblicke und Begegnungen
Am Freitag, dem 6. November, wird Staatsminister Sebastian Gemkow die neuen Orgeln vorstellen – das ist doch auch spannend! Um 15:30 Uhr folgt eine Feierstunde, und dann gibt’s am Abend eine Wiederholung des Konzerts vom 3. November im großen Saal der HMT. Das wird sicher ein ganz besonderer Abend mit den Frauenstimmen des Hochschulchors und den Solisten des Instituts, die erneut die großen Werke von Barber, Braunfels und Co. zum Besten geben.
Und das Wochenende bringt noch mehr Höhepunkte: Am Samstag, dem 7. November, um 15:00 Uhr, gibt es eine Motette mit dem Thomanerchor in der Thomaskirche – das ist ein Muss für alle Liebhaber der Kirchenmusik. Später am Tag stehen das Halbfinale und das Finale des Wettbewerbs für Orgelimprovisation in der Nikolaikirche auf dem Programm. Das klingt nach einem spannenden Wettstreit! Ab 18:00 Uhr lädt der Probesaal in der Grassistraße zu einem Abend der Begegnung ein, wo sich aktuelle und ehemalige Studierende sowie Lehrende treffen können.
Der krönende Abschluss erfolgt am Sonntag, dem 8. November, um 11:00 Uhr im Paulinum mit einem festlichen Gottesdienst, an dem der Chor des Instituts und Ehemalige teilnehmen. Eine hervorragende Möglichkeit, die Verbundenheit der Menschen mit der Musik und der Kirche zu feiern.
Ein Blick in die Geschichte
Die Reise des Kirchenmusikalischen Instituts war nicht immer einfach. In den 30er Jahren waren rund 140 Studierende eingeschrieben – doch die politischen Verhältnisse während des Nationalsozialismus stellten die Institution vor große Herausforderungen. Mehrere Dozenten wurden aus politischen Gründen entlassen, und die Eigenständigkeit des Instituts geriet ins Wanken. Dennoch, nach dem Krieg wurde das Institut von Karl Straube neu gegründet, und die Tradition lebte weiter.
1992, nach einem engagierten Einsatz ehemaliger Studierender, wurde das Institut wieder ins Leben gerufen. Heute bietet es Bachelor- und Masterstudiengänge in Kirchenmusik, Chor- und Ensembleleitung sowie Orgel an. Die Hochschule kann auf einen umfangreichen Orgelbestand zurückgreifen und nutzt auch die Kirchen in Leipzig und Umgebung für die Ausbildung ihrer Studierenden. Das ist ein wahrlich lebendiger Ort der Musik und des Lernens!
Das Jubiläum des Kirchenmusikalischen Instituts in Leipzig ist nicht nur ein Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre, sondern auch ein Blick in die Zukunft der Kirchenmusik. Wer könnte da schon widerstehen, all die Klänge und Geschichten zu erleben, die dieses besondere Ereignis mit sich bringt? Karten für die Konzerte sind übrigens über das Gewandhaus und die HMT erhältlich – also nichts wie hin, um Teil dieser musikalischen Reise zu werden!
