Kimmichs Zukunft im DFB-Team: Kapitän unter Druck oder bald Vergangenheit?
Die Diskussion um Joshua Kimmichs Rolle im deutschen Fußball wird immer hitziger. Der ehemalige Nationalspieler Dietmar Hamann hat auf „Sky 90“ Kimmichs Einsatz im zentralen Mittelfeld scharf kritisiert. Er sieht den Bayern-Spieler eher als Rechtsverteidiger – eine Position, die er schon erfolgreich unter Trainern wie Hansi Flick, Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann gespielt hat. Hamann, der die Fähigkeiten dieser Trainer lobt, bezweifelt, dass Kimmich im Mittelfeld das Weltklasseniveau erreichen kann. Seine Argumentation: „Weil er keine anderen hat“, so Hamann über die Entscheidung von Bayern-Trainer Vincent Kompany, Kimmich weiterhin im Zentrum zu setzen.
Ein weiteres Thema, das Hamann anspricht, ist die wachsende Konkurrenz im DFB-Team. Spieler wie Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha könnten Kimmich im zentralen Mittelfeld verdrängen. Für ein hypothetisches WM-Finale würde Hamann diese beiden vor Kimmich aufstellen. Das wirft die Frage nach Kimmichs Zukunft auf: Ist er noch der unumstrittene Kapitän der Nationalmannschaft? Hamann mutmaßt, dass sich die Kapitänsfrage möglicherweise von selbst erledigt, wenn andere Spieler Kimmich sportlich überholen. Ein Blick auf die letzten Turniere – WM 2018, EM 2024, WM 2022 und WM 2026 – zeigt, dass Deutschland immer wieder frühzeitig ausschied. Nach dem enttäuschenden WM-Aus im Sommer 2026 rechnete Hamann sogar mit Kimmichs Rücktritt.
Ein Blick auf die Karriere von Kimmich
Diese Diskussion ist nicht neu. Seit den ersten Länderspielen unter Bundestrainer Jürgen Klopp wird Kimmichs Position im DFB-Team kontrovers diskutiert. Der Spieler selbst wechselte in der Saison 2015/16 von RB Leipzig zum FC Bayern München – eine Entscheidung, die der damalige VfB-Trainer Alexander Zorniger rückblickend als „fatale Fehlentscheidung“ bezeichnete. Kimmichs Entwicklung im Bayern-Trikot war jedoch bemerkenswert. Unter Pep Guardiola kam er sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr zum Einsatz, erzielte in seiner ersten Saison 23 Einsätze in 34 Bundesligaspielen und gewann die Meisterschaft.
Seine Rolle als Rechtsverteidiger übernahm Kimmich nach dem Karriereende von Philipp Lahm und wurde schnell zum Stammspieler. Die Meisterschaften in den Jahren 2018 und 2019 festigten seinen Status im Team. In der Champions League 2017/18 zeigte Kimmich unter Trainer Niko Kovač, dass er auch in wichtigen Spielen glänzen kann. Trotzdem blieb die Frage nach seiner besten Position bestehen. In der Saison 2019/20 spielte er überwiegend im defensiven Mittelfeld, was sich als Schlüssel für den Gewinn des Triple erwies.
Die Herausforderungen im Nationalteam
Doch trotz aller Erfolge bleibt die Frage, ob Kimmich diese Rolle langfristig behaupten kann. Hamann ist skeptisch. Er sieht, dass Kimmich unter Druck gerät und die Kapitänsfrage in der Luft hängt. In der Nationalmannschaft ist die Konkurrenz stark – und mit neuen Talenten wie Felix Nmecha wird die Luft dünner für Kimmich. Während Bundestrainer Klopp derzeit auf ihn setzt, bleibt es fraglich, ob Kimmich die erhoffte Stabilität im zentralen Mittelfeld bieten kann.
Die Karriere von Joshua Kimmich ist ein faszinierendes Beispiel für den Druck und die Erwartungen im Profifußball. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob er die Kritiker zum Schweigen bringen kann oder ob die Konkurrenz ihn im Schatten stehen lässt. Eines ist sicher: Die Diskussionen um seine Rolle werden weitergehen.
