Heute ist der 12. Mai 2026 und in Leipzig wird es grün! Der internationale Tag der Biodiversität am 22. Mai steht vor der Tür, und damit startet das Bürgerwissenschaftsprojekt GartenDiv in seine zweite Runde. Hierbei geht es um mehr als nur Blumen und Sträucher – es geht um die Erforschung der pflanzlichen Vielfalt in deutschen Gärten. Gärtner:innen aus dem ganzen Land sind eingeladen, ihre Gärten genau unter die Lupe zu nehmen und eine vollständige Inventur vorzunehmen. Das Ganze dauert vier Wochen und endet am 21. Juni. Ein spannendes Unterfangen, oder?
Dr. Ingmar Staude, der Projektleiter vom Institut für Biologie der Universität Leipzig und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), ist begeistert. Er und seine Partner, darunter das Julius Kühn-Institut, der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands und Flora Incognita, haben sich zum Ziel gesetzt, die Lücke in der Erfassung der Biodiversität in deutschen Gärten zu schließen. Und das ist nötig: Seit dem Start im Mai 2025 wurden bereits 169.205 Beobachtungen gesammelt, dokumentiert von 2.416 Gärtner:innen mit Garten-ID. Die Zahlen sprechen für sich: Unter den erfassten Pflanzenarten befinden sich 4.458, wobei 28% heimisch und 72% nicht heimisch sind.
GartenDiv geht in die zweite Runde
Das Projekt hat bereits Anpassungen vorgenommen, um es für die Teilnehmenden einfacher und motivierender zu gestalten. Beispielsweise gibt es nun Abzeichen, wie das Goldene Badge für 100 dokumentierte Arten! Das ist doch ein Anreiz, oder? Im zweiten Jahr liegt der Fokus darauf, alle Pflanzen, einschließlich Obst, Gemüse und Wildpflanzen, vollständig zu erfassen. Die Teilnahme am Projekt ist das ganze Jahr über möglich, was bedeutet, dass auch spontane Gärtner:innen jederzeit einsteigen können.
Die Flora Incognita App wird zudem angepasst, um die automatische Pflanzenerkennung zu unterstützen. Damit können Gärtner:innen einfach Fotos ihrer Pflanzen machen und Fragen zu ihren Beobachtungen beantworten. Die gesammelten Daten aus dem Pilotjahr werden derzeit ausgewertet und wissenschaftlich aufbereitet. Es bleibt spannend, welche Erkenntnisse dabei ans Licht kommen!
Ein weiteres grünes Projekt: 1.000 Gärten
Aber das ist noch nicht alles. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft zwischen Diakonie Deutschland und dem NABU wurde im August 2022 das Projekt „1.000 Gärten“ ins Leben gerufen. Ziel ist die naturnahe und insektenfreundliche Gestaltung der Außenflächen diakonischer Einrichtungen. Auch hier steht der Erhalt der Biodiversität im Vordergrund, unterstützt durch eine Umgestaltung mit heimischen Pflanzen sowie einer Sensibilisierung von Mitarbeitenden und Klient:innen bezüglich der Herausforderungen des Klimawandels.
Die erste Förderrunde hat bereits rund 450 Anmeldungen von diakonischen Einrichtungen verzeichnet. 30 von ihnen erhielten eine Förderung von je 5.000 Euro. Das Projekt startet offiziell am 1. September 2024 und läuft bis zum 28. Februar 2026. Bei der Umsetzung wird auf die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung geachtet.
In Deutschland gibt es rund 17 Millionen Gärten, die von etwa 36 Millionen Menschen genutzt werden. Das zeigt, wie wichtig diese Projekte sind! Ob im eigenen Garten oder in gemeinschaftlichen Initiativen – jeder kann seinen Beitrag leisten. Die Natur ruft und die Gärtner:innen sind bereit, ihr Bestes zu geben.


