Am Montag, den 6. Mai, feiert Leipzigs Trainer Ole Werner seinen 38. Geburtstag. Das hätte ein schöner Anlass sein können, doch die Stimmung ist gedämpft, denn RB Leipzig muss nach einer herben 1:4-Niederlage gegen Leverkusen weiterhin auf die Champions-League-Qualifikation warten. Es war nicht nur ein verlorenes Spiel, sondern auch der Sechste Sieg in Serie, der sich in Luft aufgelöst hat. Die Königsklasse bleibt für die Roten Bullen vorerst ein unerreichbarer Traum.
In dieser Saison konnten sie gegen die Top-4-Konkurrenz noch keinen Sieg einfahren. Ein Blick auf die Statistik zeigt die Ernüchterung: 0:6 gegen Meister Bayern, ein 1:5 und ein 1:3 gegen Leverkusen in der Hinrunde, und zwei Unentschieden gegen Dortmund. Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer hat bereits festgestellt, dass das Team auf Topniveau gefordert ist. Und das ist dringend nötig, denn die Defensive und die offensiven Bemühungen – die Trainer Werner kritisierte – lassen zu wünschen übrig. Die jungen Offensive-Spieler Yan Diomande und Antonio Nusa wurden von der Leverkusener Abwehr gut kontrolliert.
Die Partie gegen Leverkusen
Der Kick gegen Leverkusen war ein echtes Lehrstück in Sachen Kreisliga-Fußball. In der ersten Halbzeit schien es, als könnte Leipzig das Ruder noch herumreißen, doch nach einem abgewehrten Versuch erzielte Tella kurz vor der Pause das 1:0 für die Gastgeber. Kurz nach dem Wechsel wurde es offensiver, doch Leipzig konnte kaum durchkommen. Andrich grätschte bei einem Romulo-Abschluss dazwischen, und die Bemühungen der Leipziger schienen oft halbherzig. Auch wenn Leipzig in der 76. Minute durch Schick zum 1:1 ausgleichen konnte, war der Schwung schnell wieder weg. Am Ende der 90 Minuten sorgte Schick mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung.
Leipzig hat aktuell vier Punkte Vorsprung auf Leverkusen, Stuttgart und Hoffenheim, aber das wird kaum einen beruhigen, wenn die nächsten Partien nicht besser laufen. Ein Sieg gegen St. Pauli am Samstag könnte die Champions-League-Qualifikation sichern – ein Lichtblick in einem ansonsten trüben Fußballjahr.
Der Blick nach vorn
Topscorer Christoph Baumgartner bleibt optimistisch, dass RB Leipzig es in die Champions League schaffen wird. Er spricht von fehlender Erfahrung, was nicht überrascht, wenn man bedenkt, wie die jungen Spieler in kritischen Momenten agieren. Und das wird beim nächsten Heimspiel gegen St. Pauli am Samstag (15:30 Uhr) auf die Probe gestellt. Es ist ein entscheidendes Spiel, das die Richtung für den Rest der Saison bestimmen könnte. Ein Sieg wäre nicht nur ein wichtiger Schritt, sondern könnte auch das Selbstvertrauen zurückbringen.
Die Frage bleibt, ob Leipzig die nötige Reife und den Kampfgeist aufbringen kann, um nicht nur gegen die vermeintlich schwächeren Teams zu punkten, sondern auch gegen die großen Namen der Liga. Es wird spannend, ob sie die Kurve kriegen und die Fans wieder mit packendem Fußball begeistern können. Denn das ist es, was die Anhänger erwarten – und was das Team braucht, um in der Königsklasse zu spielen.


