Demichelis unter Druck: Kann RB Leipzig die Wende schaffen?
Es ist ein stürmischer Tag in Leipzig, und die Wellen schlagen hoch, besonders beim Fußballclub RB Leipzig. Nach der katastrophalen 1:6-Niederlage gegen den FC Bayern München ist Trainer Martin Demichelis unter Druck wie nie zuvor. Béla Réthy, die Kommentatoren-Legende, hat nicht lange gefackelt und prognostiziert, dass Demichelis „auf diese Art und Weise Weihnachten nicht überstehen“ wird. Harte Worte, aber die Realität sieht brenzlig aus. Die Mannschaft scheint orientierungslos, findet keinen klaren Spielstil und das lässt Fragen aufkommen: Wo ist der Demichelis-Input, auf den alle gehofft hatten?
Der Argentinier sollte den traditionellen RB-Fußball zurückbringen, doch die Leistungen sind schwankend. In Heimspielen zeigt das Team oft eine gute Leistung, aber auswärts? Da sieht’s düster aus. Nach sechs Spielen scheint es, als ob der gewünschte Einfluss von Demichelis noch nicht sichtbar ist. Sportmoderator Thomas Wagner beschreibt die jüngste Niederlage gar als „schwere sportliche Demütigung“. Und das, obwohl der Auftritt gegen Eintracht Frankfurt in der Vorwoche noch mit einem 6:0-Sieg gefeiert wurde. Ein komisches Gefühl, nicht wahr?
Demichelis und die Zukunft von RB Leipzig
In einer FanPuls-Umfrage zeigt sich, dass 33,2 Prozent der über 2.500 Befragten davon ausgehen, dass Demichelis der nächste Trainer ist, der seinen Job verliert. Das ist ein alarmierendes Signal, besonders wenn man bedenkt, dass dieser Wert einen Saisonhöchststand darstellt. Die Fans sind klar in ihrer Einschätzung: 68,9 Prozent glauben, dass die kommenden Spiele über die Zukunft des Trainers entscheiden werden. Und jetzt steht das Team vor einer weiteren Herausforderung – am Mittwochabend geht’s in der Champions League gegen Real Madrid. Ein schwerer Brocken, zumal die Spanier in starker Form sind.
Ein Verlust in Madrid könnte für Demichelis das endgültige Aus bedeuten, und die Art des Auftritts wird entscheidend sein. Wenn Leipzig sich erneut wie in München präsentiert, wird’s eng. Frank Buschmann, der die Entlassung von Demichelis’ Vorgänger Ole Werner nicht nachvollziehen konnte, bezweifelt, dass der neue Trainer im europäischen Fußball bisher ein Upgrade dargestellt hat. Werner führte das Team immerhin zurück in die Champions League, während Demichelis jetzt mit den Konsequenzen seiner Verpflichtung konfrontiert ist.
Die frühere Entscheidung, Werner zu entlassen, wirkte wie ein Schuss ins eigene Knie. Trotz eines dritten Platzes in der Bundesliga wurde er wegen unkonstanter Ergebnisse und fragwürdiger Kommunikation vor die Tür gesetzt. Ein wenig wie ein Spiel mit dem Feuer, wenn man bedenkt, dass Leipzig nun auf den dritten Platz der Bundesliga steht, aber mit einem beachtlichen Rückstand auf die Bayern. Die jüngste Niederlage gegen den SC Freiburg (1:4) trägt auch nicht zur Beruhigung bei.
Die Stimmung in Leipzig ist angespannt. Die Fans hoffen auf eine Wende, doch die Frage bleibt: Kann Demichelis den Druck standhalten und die Mannschaft wieder auf Kurs bringen? Oder wird Weihnachten für ihn ein trauriger Anlass sein? Nur die nächsten Spiele werden es zeigen. Ein bisschen wie beim Warten auf das Christkind – nur dass hier jeder Schuss sitzen muss.
