Lükex 26: Krisenmanagement unter extremer Hitze im Test
Heute ist der 4. November 2026 und in Möckern herrscht eine drückende Hitze. Ein Blick auf die Thermometer zeigt uns, dass wir uns mitten in einer fiktiven, aber zugleich beunruhigenden Übung befinden: „Lükex 26“. Deutschland hat sich entschieden, ein Krisenszenario zu proben, das uns alle in den nächsten Jahren beschäftigen könnte. Nach fünf aufeinanderfolgenden Dürrejahre steht nun eine extreme Hitzewelle bevor – Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius stehen auf der Tagesordnung. Man könnte sagen, das ist ein echter Hitzetest für unser Krisenmanagement!
Die Übung, die bis Freitag dauert, wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) organisiert. Rund 180 Behörden, Institutionen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur sind beteiligt. Darunter zehn Bundesländer, darunter auch Sachsen, und fast 20 Bundesbehörden. Weiterhin sind mehr als 60 Landesministerien und weitere Organisationen mit von der Partie. Hier wird nicht einfach nur theoretisch geübt, sondern es geht um die Entwicklung strategischer Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung unter realitätsnahen Bedingungen. Krisenkommunikation spielt dabei eine zentrale Rolle.
Ein umfassendes Szenario
Was genau wird geprobt? Das Szenario umfasst nicht nur die unerträgliche Hitze selbst, sondern auch die weitreichenden Folgen: Menschen, Natur und Wirtschaft sind betroffen. Die Umwelt leidet, der Verkehr kommt ins Stocken und das Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen. Besonders ältere Menschen, Schwangere, Kinder und chronisch Kranke sind gefährdet – die Hitze kann zu einer Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Und nicht zu vergessen: die Wasserknappheit. In einer solchen Lage muss die Krisenkommunikation schnell und effektiv sein, um die Bevölkerung entsprechend zu informieren.
Die Vorbereitung auf diese Übung begann bereits im November 2024 und hat damit fast zwei Jahre gedauert. Dabei wurden zahlreiche individuelle Vertiefungsübungen durchgeführt, um die verschiedenen Abläufe zu optimieren. Eine übergreifende Planbesprechung im November 2024 brachte rund 150 Personen zusammen, um mögliche Auswirkungen und Entscheidungen zu diskutieren. Jetzt, da die Hauptübung ansteht, wird das gesamte Spektrum des Krisenmanagements auf die Probe gestellt.
Ein Stresstest für das Krisenmanagement
Besonders spannend wird es, wenn man bedenkt, dass die „Lükex“ – also die länder- und ressortübergreifende Krisenmanagementübung – seit mehr als 20 Jahren vom BBK koordiniert wird. Diese zehnte Übung der Reihe hat das Ziel, das nationale Krisenmanagement zu optimieren und alle beteiligten Akteure für außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen zu sensibilisieren. Es wird nicht nur geübt, wie man auf akute Krisen reagiert, sondern auch, wie man langfristig vorbereitet ist.
Ein zentrales Element dieser Übung ist die Kommunikation. Die beteiligten Organisationen sollen lernen, wie sie ihre Informationen effizient austauschen und an die Bevölkerung weitergeben können. Um das zu testen, schafft das BBK eine fiktive Medienumgebung. Es gibt simulierte Nachrichten, Online-Artikel und sogar eine Social-Media-Plattform, um die Krisenkommunikation zu erproben. Hier wird deutlich, dass in einer echten Krise nicht nur die Fakten zählen, sondern auch, wie man sie vermittelt.
Der Blick nach vorn
Wenn wir zurückblicken, ist es erstaunlich, wie sich die Übung über die Jahre entwickelt hat. Frühere Szenarien behandelten Themen wie Stromausfälle oder Pandemien. Doch die Herausforderungen, die uns durch den Klimawandel bevorstehen, sind neu und erfordern ein Umdenken. Die „Lükex 26“ wird uns zeigen, wie gut wir auf extreme Wetterlagen vorbereitet sind und wo noch Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse dieser Übung sollen im Frühjahr 2027 veröffentlicht werden, und der vollständige Auswertungsbericht ist für das dritte Quartal 2027 angesetzt.
Es bleibt zu hoffen, dass wir durch solche Übungen besser auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet sind. Denn eine hitzegeplagte Zukunft könnte uns alle betreffen – und wir sollten bereit sein, gemeinsam zu handeln.
