Brand in der Sauna des Leipziger Hofs: Zwei Verletzte und Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung
Am Dienstagabend, dem 21. Oktober 2026, kam es in Leipzig-Neustadt-Neuschönefeld zu einem Vorfall, der sicher viele in der Region erschüttert hat. Gegen 21:15 Uhr wurde ein Brand im Keller des Hotels „Leipziger Hof“ gemeldet. Hier befindet sich, wie es der Zufall will, eine Sauna – ein Ort, der eigentlich für Entspannung und Wohlbefinden gedacht ist. Doch zwei Männer, 27 und 26 Jahre alt, wollten gerade einen Saunaaufguss durchführen, als das Unheil seinen Lauf nahm. Wie genau es dazu kam, dass der Saunaofen in Flammen aufging, bleibt vorerst unklar. Ein Feuer brach aus, das mit starker Rauchentwicklung einherging und die Sauna erheblich beschädigte.
Die beiden Männer erlitten schwere Brandverletzungen und mussten umgehend in ein Krankenhaus gebracht werden. Aber das war noch nicht alles. Sieben weitere Personen wurden wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung behandelt – sechs von ihnen direkt vor Ort, während ein 28-Jähriger ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Insgesamt wurden also neun Menschen verletzt. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um das Feuer zu löschen. Während des Einsatzes war die Hedwigstraße gesperrt, was die Situation zusätzlich erschwerte. Nach den Löscharbeiten und einer gründlichen Durchlüftung wurde das Hotel glücklicherweise wieder für die Nutzung freigegeben.
Ermittlungen laufen
Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest, aber die Polizei hat bereits Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet und prüft den Einsatz eines Brandursachenermittlers. Es bleibt zu hoffen, dass die Umstände, die zu diesem gefährlichen Vorfall führten, schnell geklärt werden können.
Vor dem Hintergrund dieses Ereignisses ist es interessant zu wissen, dass laut dem Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) Hunderte von Saunabränden umfassend dokumentiert werden. Die neue Norm DIN EN 60335-2-53, die seit Dezember 2023 in Kraft ist, regelt unter anderem die Sicherheitsanforderungen für Saunaheizgeräte und Infrarotkabinen. Diese Norm zielt darauf ab, das Risiko von Bränden durch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen zu minimieren.
Brandursachen und Sicherheitshinweise
Ein typisches Szenario, das laut IFS zur Brandgefahr in Saunen führt, ist die zeitgesteuerte oder per Fernzugriff programmierte Nutzung. Während der Ofen auf seinen Einsatz wartet, kann es passieren, dass jemand die Sauna betritt und versehentlich einen Gegenstand wie ein Handtuch auf den heißen Ofen legt. Wenn der Ofen dann unbeaufsichtigt eingeschaltet wird, kann das verheerende Folgen haben. Künftig müssen Saunen mit Zeitvorwahl oder Fernsteuerung mit einer Türüberwachung oder Türverriegelung ausgestattet sein, um solche Zwischenfälle zu verhindern.
Öffentliche Saunen unterliegen diesen Anforderungen bereits seit 2012, und dank der neuen Norm gelten sie jetzt auch für private Anlagen. Allerdings bleibt das Risiko bei bestehenden, älteren Anlagen bestehen, da diese nicht nachgerüstet werden müssen. Wer seine Sauna längere Zeit nicht nutzt, sollte die Sicherung der Saunaelektrik herausnehmen, um einen Brandausbruch durch den Ofen auszuschließen.
Zusätzlich sind zu geringe Abstände zwischen dem Saunaofen und den hölzernen Bauteilen der Kabine eine häufige Brandursache. Es ist also ratsam, die Montageanleitungen zu beachten und sicherzustellen, dass die Sicherheitsabstände eingehalten werden. Fehlt dieses Wissen, können leicht Montagefehler passieren, die fatale Folgen haben.
Die Geschehnisse im „Leipziger Hof“ sind ein eindringlicher Reminder, wie wichtig Sicherheit in der Sauna ist. Manchmal geschehen die schlimmsten Dinge an den unerwartetsten Orten – und das sollte uns alle dazu anregen, einen kritischen Blick auf unsere eigenen Entspannungsorte zu werfen.
