Majestätische Hubertusfeier am Königssee: Tradition und Ehrung im Zeichen der Jagd
Am 31. Oktober 2026 fand eine ganz besondere Hubertusfeier in St. Bartholomä am Königssee statt. Jägerinnen und Jäger aus nah und fern versammelten sich an der Seelände, um mit drei Sonderschiffen zur Halbinsel zu fahren. Es war ein Anblick, den man nicht so schnell vergisst: Während die Boote über den glitzernden See glitten, erklangen die Klänge von Flügelhörnern, die das Echo majestätisch über die Wasseroberfläche trugen. Diese Tradition ist etwas ganz Besonderes, denn eine Hubertusfeier dieser Art findet im Berchtesgadener Land nur alle zehn Jahre statt!
Die Überfahrt war nicht nur eine Anreise, sondern ein echtes Erlebnis. Plötzlich tauchte ein Boot auf, erleuchtet von Fackeln – darin ein Revierförster mit einem erlegten Hirsch. Ein eindrucksvolles Bild, das den Teilnehmern sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Auf der Halbinsel wurden sie von den Rupertiwinkler Jagdhornbläsern herzlich empfangen. Unter der beeindruckenden Bergkulisse wurde dann mit Jagdhornsignalen des erlegten Wilds gedacht, darunter auch Hirsch und Gams. Kreisgruppenvorsitzender Hans Berger, der an diesem Tag im Mittelpunkt stand, sprach über die Bedeutung der heimischen Wildtiere. Er erinnerte eindringlich daran, dass Reh-, Rot- und Gamswild keine Schädlinge sind – „Gams sind die Perlen unserer Berge“, sagte er mit Nachdruck.
Ehrungen und Dankbarkeit
Ein ganz besonderer Moment der Feier war die Auszeichnung von Hans Berger mit dem Bayerischen Löwen, überreicht von Staatsministerin Michaela Kaniber. In ihrer Laudatio betonte sie, wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist und dass Berger es „mit ganzer Kraft und deinem ganzen Herzen“ lebt. Der sichtlich überraschte und bewegte Berger nahm die Auszeichnung dankbar entgegen. Es war ein ehrwürdiger Augenblick, der die Wertschätzung für seinen unermüdlichen Einsatz als Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Berchtesgadener Land zum Ausdruck brachte.
Im Anschluss fand eine Hubertusandacht unter freiem Himmel statt, geleitet von Monsignore Thomas Frauenlob. In seiner Ansprache sprach er über den Hubertustag und die Verantwortung, die jeder Jäger für das Leben und den respektvollen Umgang mit dem Wild trägt. Bei einem gemütlichen Beisammensein im Gasthaus „St. Bartholomä“ war die Stimmung heiter. BJV-Präsident Hubert Stärker hielt eine inspirierende Rede über das Verhältnis von Tradition und modernen Anforderungen in der Jagd. Er mahnte, dass Waidgerechtigkeit eine Haltung sei, die auch im Verborgenen gelebt werden muss – mit Respekt für das Wild und unter Berücksichtigung wildbiologischer Erkenntnisse.
Die Legende des Hubertus
Doch was ist eigentlich der Ursprung dieser Tradition? Die Hubertuslegende erzählt von einem maßlosen Edelmann, der die Jagd über alles stellte und am Karfreitag einem Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz begegnete. Diese Vision führte ihn zur Umkehr und machte ihn zum Hüter des Waldes. Hubertus selbst war ein Bischof von Lüttich im frühen 8. Jahrhundert und gilt als Schutzpatron der Jäger. Der Gedenktag des heiligen Hubertus ist der 3. November, und rund um diesen Tag finden zahlreiche Feierlichkeiten statt – Hubertusmessen mit Parforcehörnern, Hubertusjagden und festliches Streckelegen gehören dazu.
Die Hubertusfeier in St. Bartholomä war für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis, das die Tradition und den respektvollen Umgang mit der Natur in den Mittelpunkt stellte. Die Rückfahrt über den Königssee in die Dunkelheit war der krönende Abschluss eines Tages, der ganz im Zeichen der Jagd und der Gemeinschaft stand.
